Wirtschaftsstandorte vor neuen Herausforderungen
Die Ansiedlung von Unternehmen konnte in vielen Gemeinden die hoch gesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Der sogenannte Strukturwandel wird zum Dauerphänomen, hochsubventionierte Industrieansiedelungen bringen nicht die erhofften Beschäftigungseffekte, und die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind teilweise dramatisch gesunken. Selbst Gemeinden mit starken Unternehmen müssen den Gürtel enger schnallen. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass die Subventionshöhe für Unternehmen bei der Standortentscheidung häufig nicht der entscheidende Faktor ist. Dies stellt Kommunen vor die Herausforderung, bisherige Strategien zu überdenken, um ihre regionale und kommunale Zukunftsfähigkeit langfristig zu sichern.

Standortwettbewerb: Individuelle Stärken der Kommunen fördern
Jeder Standort hat ein einzigartiges Kompetenzprofil. Keine Kommune gleicht der anderen. Dies zu erkennen, ist eine wichtige Voraussetzung, um im Standortwettbewerb zu bestehen. Traditionelle Standortpolitik allerdings wirkt der Unterscheidbarkeit entgegen. Viele Kommunen verfolgen identische Ansiedelungsstrategien. Willkommen ist jedes Unternehmen, das Arbeitsplätze schafft und vielleicht noch den einen oder anderen Beitrag zur Verbesserung der kommunalen Infrastruktur leistet. Je mehr Kommunen in Deutschland diese Strategie verfolgen, desto stärker verwischt der Standortunterschied, die Standortwahl wird beliebig.

Gefahr: Standortunterschiede verwischen sich
Kommunen können sich dann nur noch durch geographische Unterscheidungsmerkmale oder durch die Höhe der gewährten Subventionen unterscheiden (wie Mieterlass, billige Baugrundstücke etc.). Das Ergebnis ist ein "race-to-the-bottom". Große Unternehmen haben die Möglichkeit, verschiedene Standortalternativen gegeneinander auszuspielen und dem Standort den Zuschlag zu geben, der das finanziell lukrativste Angebot unterbreitet.

Hier setzt das Konzept der Strategischen Partnerschaften an: In Zusammenarbeit mit den zentralen Unternehmen vor Ort wird der Standort clusterorientiert weiterentwickelt. Dies bewirkt eine hohe Zielgenauigkeit der Maßnahmen und verstärkt die Standortbindung der Unternehmen. Der Wirtschaftsstandort wird dadurch unterscheidbar, ein „race-to-the-bottom“ wird verhindert.